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Dein Körper als künstlerische Figur

22. - 26. Juni 2015

PASyouth studies in Kooperation mit dem Gymnasium im Stift Neuzelle, Brandenburg, Deutschland.

Abschluss Präsentation: 26. Juni 2015, 17 Uhr


Video Dokumentation der Abschluss Präsentation



Feedback einer Schülerin

Performance Art - Bei diesem Namen kann man sich am Anfang noch nicht so viel darunter vorstellen. Eine Vorführung mit Kunst verbunden? Das geht doch eigentlich gar nicht, dann wäre es doch ein Theaterspiel. Doch das ist es auf alle Fälle nicht, wie uns Johannes Deimling nur in 5 Tagen lehrte. Natürlich kann man diese zwei Dinge verbinden. Er wiederholte immer wieder, dass Performance ähnlich wie ein Gemälde aufgebaut ist. Man achtet auf die Komposition, auf die Ästhetik, auf die Farben, aber vor allem auf den Raum. Überlegt man sich eine Performance, überlegt man sich eine andere Art von Kunstwerk. Anders als bei einem Schauspiel, übt man diese Performance nicht. Eine wichtige Rolle spielt hier der Zufall; das was sich aus der eigenen Empfindung und dem Zusammenspiel einiger Materialien oder Personen ergibt. In diesen 5 Tagen konnte ich genau das lernen. Am Anfang waren wir eine Gruppe von 17 Schülern, die sich kaum trauten sich gegenseitig anzugucken. Wir achteten im Raum und bei der ersten Übung kaum aufeinander. Ich fand es schwierig mit den Personen oder den Materialien im Raum zu agieren. Doch nach und nach, durch Johannes’ Zusprüche, verlor man die Angst vor Anderen und sich selbst. Ich fing an mehr auf die Geschehnisse und die Begegnungen im Raum zu achten. Ich versuchte nicht mehr alles zu kontrollieren, sondern den Dingen seinen Lauf zu lassen und so, meiner Meinung nach, bekamen die Übungen (zum Beispiel „das Puzzle“) eine ganz andere Bedeutung.
Abstraktion und Reduktion sind zwei Wörter, die ich vorher schon kannte und nur mit Gemälden in Verbindung gebracht habe. Doch nach diesen 5 Tagen hatte ich das Gefühl, sie nun endlich richtig verstanden zu haben. Bei Performance passiert das, was ich an dem Expressionismus so liebe. Man gibt seinem Publikum keine Gefühle oder Geschichten vor. Man sagt, oder besser gesagt, zeigt ihnen nicht vor, was sie sich denken müssen oder was sie fühlen müssen. Man lässt sein Publikum selbst interpretieren, man lässt ihnen die Freiheit zu entscheiden, was die Performance für sie ganz persönlich zu sagen hat.
Johannes hat mich in dieser Woche nicht nur so an die neue Kunstart herangeführt, dass ich sie einfach lieben muss, sondern vielmehr hat er mich in meiner Persönlichkeit gestärkt. Ich fing an mir selbst mehr zu vertrauen. Ich bekam das Gefühl, dass ich nur mit meiner Person und etwas Kreativität Dinge sagen oder bewirken kann, die ich sonst nicht über die Lippen bekäme. Früher fühlten sich die Maler verstanden und angehört, wenn ihre Bilder ausgehangen und akzeptiert wurden. Sie wollten damit ihre Gefühle oder Meinungen über bestimmte Themen ausdrücken.
Bei Performance Art lernte ich das selbe Gefühl kennen. Mit Abstraktion in den Dingen konnte man sich plötzlich viel präziser ausdrücken als mit Wörtern. Jeder Schüler aus unserer Gruppe, ob sie künstlerisch begabt waren oder nicht, konnte sich durch Performance Art widerspiegeln, wenn er sich nur für die Kunstart öffnete. Und diesen Versuch sich zuöffnen hat Johannes hervorragend befürwortet und unterstützt. Ich denke, in dieser Woche hat sich jeder ein wenig mehr verstanden und akzeptiert gefühlt als sonst.
Danke für diese Erfahrung!